Die zweite Schwangerschaft und was ich daraus für mein Unternehmen lernen darf…

Über Planungssicherheit, Galgenhumor und 30 cm Neuschnee!

Eine weise Frau hat einmal zu mir gesagt: Jedes Kind bringt einen persönlichen Entwicklungsschritt mit, wenn man sich darauf einlässt! Was soll ich sagen? Einen???? Die zweite Schwangerschaft stellte mich von Beginn an vor eine Herausforderung nach der nächsten.

Aber ich möchte am Anfang beginnen:

Diesesmal sollte es keine Überraschung werden. Wir wünschten uns ein Geschwisterchen zu unserem kleinen Engel. Ich will ganz ehrlich sein: Meine Gefühle waren sehr gemischt… Endlich war ich wieder mit vollem Elan in meinem Betrieb, große Pläne, große Visionen, die abgeschlossenen Referenzprojekte fürs Storytelling, alles war auf Start für die große Karriere und jetzt nochmal ein Kind???? Dagegen steht meine Familie. Mein Mann mit dem großen Wunsch kein Einzelkind aufzuziehen. Unsere Tochter Hope…. Nach Monaten des inneren Zwiespalts fiel die Entscheidung. Wir liesen der Natur ihren Lauf, schließlich kann das ja auch dauern (zumindest hoffte ich das, glaube ich insgeheim).

Nun ja, es kann dauern oder eben nicht. Einen guten Monat später stand ich Abends in der Küche mit einem Heißhunger auf Marzipancreme (ich glaube das habe ich noch nie in meinem Leben gegessen, aber gut) und mixte die einzigen vorhandenen Zutaten, nämlich Sahne und Marzipanrohmasse zusammen. Mein Mann kam dazu, nach Rückfrage was ich denn da tue, stellte er mit einem breiten Grinsen fest: Du bist 100-prozentig schwanger! Natürlich sah ich das völlig anders. Zur Sicherheit machte ich am nächsten Tag Abends (laut Beipackzettel eigentlich morgens nüchtern, aber ich glaubte ja nicht daran…) einen Schwangerschaftstest. Nach gut 5 Minuten warf ich im Vorbeilaufen einen Blick auf das Ergebnis und war wie vom Donner gerührt! Positiv! Den Kommentar meines Mannes muss ich wohl nicht erwähnen. Ich schlich in der folgenden Woche ca. 3x am Tag am Testergebnis vorbei, so fassungslos war ich…

Ungefähr zeitgleich eröffnete mir unser Büroengel auch sie sei schwanger…

Puh, nun hieß es also planen. Wie verfahren wir mit dem Betrieb bei zwei Schwangerschaftsausfällen von drei festangestellten Mitarbeitern? Eine Herausforderung!

Nach einigen Monaten und bis auf einen eingefangenen Norovirus, Gott sei Dank einer unproblematischen Schwangerschaft, stand der Plan. Ich wollte bis Ende März soweit möglich arbeiten, allerdings mit Reduzierung ab Beginn des Jahres. Dann sollten 3 Monate Pause folgen. Ab Juli wollte ich gaaaaanz langsam wieder starten.

Nun ja, aber mit Kindern zu planen, das ist so eine Geschichte… Ohne Vorwarnung bekam ich Anfang März vorzeitige Wehen, also gut 8 Wochen vor Termin. Es hieß: liegen, liegen, liegen. Witzig mit eigenem Betrieb und Kleinkind im Alter von 2,5 Jahren. Aber gut, mit vereinten Kräften, einem tollen, pflichtbewussten Ehemann und Famliengroßeinsatz überstanden wir die Wochen. Die größte Herausforderung für mich? Ruhe geben, sobald ich mich nämlich an meinen Schreibtisch setzte, bekam ich postwendend Wehen. Sogar im Bett mit dem Laptop…

Nach einigen Wochen des Haderns und Zorns akzeptierte ich die Lage und versuchte das Beste daraus zu machen. Zumindest war ich mir sicher bis zum errechneten Termin Ende April würden wir eh nicht kommen, also könnte ich ja dafür wieder früher mit der Arbeit beginnen. Zumindest dachte ich das….

Sobald also die gefährliche Zeit überwunden war, widmete ich mich allen anstehenden privaten Aufgaben, inklusive Hausputz und co. Nur für ein paar Tage wollte ich ja schließlich auch nicht wieder ins Geschäft und der Bauchzwerg würde ja sicher bald eintreffen…
Nun ja, inzwischen war der 2. Mai und statt meinem Baby im Arm fühlte ich mich wie ein gestrandeter Walfisch, dem der tiefe Ozean vor der Nase entwischt ist.

Was ist passiert? Unser Bauchzwerg hat andere Pläne, zwar bekam ich immer wieder Wehen, durchaus auch geburtsfördernd, allerdings überlegte er es sich in letzter Minute immer noch einmal anders. Dem Baby im Bauch ging es gut, zumindest sagten das Hebamme und Ärzte. Und mir? Meine Stimmung wechselte täglich von absoluter Verzweiflung undWut zur Euphorie, dass es ja nun WIRKLICH nicht mehr lange dauern könne. Inzwischen hatte ich jegliche natürlichen Einleitungsmethoden ausprobiert. Alle wirkunsfrei. Sogar 1,5 Stunden Spaziergang bei 30 cm Neuschnee im Storchenschritt (und das im April!!!) blieb ohne Reaktion. Je aktiver ich wurde, desto gemütlicher machte es sich unser Bauchzwerg.

Persönlichkeitsarbeit mit 3 Coaches, Unterstützung von 2 Heilpraktikern, weiterer Großeinsatz der Familie, ein grandioser Ehemann der sich nicht einmal mehr zur Arbeit getraut hat, schließlich ging es ja immer wieder los… Und ich? Sollte Vertrauen! Der Bauchzwerg würde den richtigen Zeitpunkt bestimmen. Das lässt sich manchmal einfach nicht beeinflussen, so meine Hebamme.

Was ich daraus lernte?

Über mich, jede Menge! Ich bin furchtbar ungeduldig und hasse es, wenn ich nicht planen kann. Hilfe annehmen? Als Unternehmerin durch und durch, sehr schwierig. Ruhe genießen? Total verlernt!

Ruhe möchte ich wieder lernen, daran werde ich auch sicher nach der Schwangerschaft weiter arbeiten. Und: Mit Kindern muss man lernen zu vertrauen! Das Planen hätte ich mir einfach auch gleich sparen können.

Nun übte ich mich in der Ruhe und im Vertrauen und freute mich auf die baldige Ankunft unseres Bauchzwergs.

Und wie es weiter ging?

Erfahrt Ihr nächste Woche

Liebe Grüße

Eure

Myriam

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