Warum ich nichts von Neujahresvorsätzen halte…

Aktuell hört und liest man, egal wohin man schaut, die guten Vorsätze und positiven Änderungen fürs neue Jahr. Mitten in der positiven Flut erreichte uns heute eine Schocknachricht. Ein Todesfall im nahen Freundeskreis. Völlig unerwartet, von Jetzt auf Gleich, keine Vorwarnung, einfach weg…

Dies war für mich der Anlass, meinen ersten diesjährigen Blogartikel nicht den guten Vorsätzen zu widmen. Mich selbst hat ein Schicksalsschlag in meiner frühen Kindheit, mit fünf Jahren, stark geprägt. Bis heute stoße ich täglich mehrfach auf dieses Ereignis. Durch meinen Traum, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, bin ich vor einigen Jahren zur bewussten Persönlichkeitsarbeit gekommen. Seitdem wird mir immer und immer wieder, oft auch sehr schmerzhaft, bewusst, was der Tod meines Vaters bis heute für Auswirkungen auf mich und mein Leben hat. Nur zu gut kann ich die Emotionen unseres Freundes nachvollziehen. So schnell kommen all die vergessenen Gefühle wieder hoch. In unserer heutigen Gesellschaft ist der Tod meist immer noch ein Tabuthema. Selten wird, bevor es soweit ist, darüber gesprochen und wenn es dann soweit ist, spielt oft die Zeit oder der Mut gegen uns. Auch ich selbst habe schon entsetzte Blicke geerntet, als ich versuchte das Thema anzusprechen.

Der Tod

Aber der Tod gehört in meinen Augen genauso zum Leben wie die Geburt. Und klingt es auch noch so makaber, so bin ich mir auch sicher: Jeder Schicksalsschlag bringt eine Chance mit sich. In den vergangenen fünf Jahren verlor ich weitere drei enge Verwandte. Dem Tod können wir alle nicht entkommen. Schlimm sind aber die ungesagten Dinge, die übrig bleiben. Die Themen, welche nie geklärt wurden. Das ganz besondere „DANKE“, das nie ausgesprochen wurde. Das „Du bist mir wichtig“ oder auch ein „Ich hab Dich lieb!“.

Durch die vielen Schicksalsschläge in meinem Leben habe ich gelernt, die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Seit vielen Jahren schon sage ich mehr und mehr immer genau das, was ich denke. Warum? Weil das, das wirklich Wichtige ist. Weil ich, wenn meine letzte Stunde kommen sollte, wissen möchte, dass ich allen alles gesagt habe, was mir auf dem Herzen lag.

Des Weiteren versuche ich seit einigen Jahren meine persönliche Einstellung zum Tod zu verändern. Er gehört zum Leben. Für uns Hinterbliebene wird er in einem gewissen Maß auch immer schmerzhaft und grausam sein. Aber wer weiß schon, ob wir uns nicht alle irgendwann einmal wieder sehen? Wer weiß schon, was wir uns vielleicht einmal ausgesucht haben als Fahrplan für unser Leben? Wer weiß, was wir selbst in diesem Leben unbedingt lernen wollten?

Aber eins bin ich mir inzwischen sicher:

Nichts passiert ohne Grund! Und für unser Schicksal sind wir alle selbst verantwortlich. Oft unverständlich und völlig konfus in der Situation. Viele Jahre später aber, rückblickend, oft richtungsweisend.

Ohne meinen persönlichen Schicksalsschlag im Alter von fünf Jahren, wäre ich heute nicht da wo ich bin. Und obwohl es für mich bis heute das schlimmste Erlebnis meines Lebens ist, bin ich unglaublich dankbar für alle Wendungen in meinem Leben, die mir dieses Ereignis beschert hat. Ich bin dankbar für meinen unglaublichen Kampfgeist nicht aufzugeben und ich bin mehr als dankbar, dass ich es geschafft habe, meinen Optimismus zu behalten. Danke für die Erkenntnis, dass jede Medaille zwei Seiten hat.

Was diese ganze Geschichte aber nun mit Neujahresvorsätzen zu tun hat, erfahrt ihr in meinem nächsten Blogartikel in wenigen Tagen.

Wie seht ihr das Thema Tod? Tabuthema?

Liebe Grüße

Eure Myriam

PS: Heute ein Bild von unserem Teammitglied Jonathan Schell. In meinen Augen sehr gelungen und das obwohl er hier gar nicht als Fotograf geplant ist 😉

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