Weihnachtstrubel

Kennst Du das?

Alle Jahre wieder nehme ich mir vor: Nächstes Jahr steige ich in den ganzen Weihnachtstrubel einfach NICHT mit ein! Nächstes Jahr bleibe ich gaaaaaanz entspannt…

Immer wieder spannend dieser Vorsatz. Jedes Jahr fasziniert mich wieder, wie wir Menschen es doch schaffen, immer wieder vom 24. „überrascht“ zu werden. Ein Phänomen, dass wir sicher alle von unserer Steuererklärung kennen. Die Abgabefristen sind klar und doch wird es oft jedes Jahr aufs Neue eine Challenge, sie pünktlich fertig zu bringen. Als ob uns auch dieser Termin immer überraschend ereilt! Bei der Steuererklärung finde ich es persönlich absolut nachvollziehbar! So schaffe ich es jedes Jahr aufs Neue, doch einige Belege für den Steuerberater zu vergessen und dann doch noch hektisch ins Kramen zu kommen. Natürlich ist man inzwischen ordentlich und wohl strukturiert und hat sich auch privat von der „Schuhkartonbuchhaltung“ verabschiedet. Die Ordner sind sauber angelegt und die letzten Jahre auch perfekt sortiert. Nur dieses Jahr wurde es irgendwann einfach zu stressig und die Belege wurden zur Ablage gesammelt, um sie dann „in Ruhe“ zu sortieren. Hektisch wird es dann, wenn man nun in dieser Sammlung noch einige letzte Belege vermisst. Und das alles zusätzlich zum Weihnachtstrubel…

Und Weihnachten? Warum kommt es jedes Jahr als große Überraschung ums Eck, wo wir alle uns doch oft genug mit Zeitmanagement, Strukturierung, Coaching, etc. beschäftigen…

Meine 3 Beobachtungen zum Thema Weihnachtstrubel der letzten Jahre lauten:

Bis November ist es doch noch soooooo weit hin…


Wer hat denn da Lust, schon an Weihnachtsgeschenke, Plätzchen backen und Schneemänner bauen zu denken? Wir machen zum Beispiel sehr gerne noch im Herbst einen Urlaub, meist im Oktober. Da kommt man also oft noch mit Sonne aufgetankt aus dem Süden zurück und sollte sich Gedanken über die schönen Geschenke zu Weihnachten machen? Zeitgleich entstehen in unserem Gehirn die Bilder von kaminbeheizten Räumen, zankenden Familienmitgliedern und eng getakteten Weihnachtsfeiern. Die damit verbundenen Emotionen sind natürlich auch gleich mit dabei. Und unser schlaues Unterbewusstsein meldet dann, vermutlich nicht selten: Ausblenden! Bleiben wir lieber noch ein bisschen bei der Urlaubserholung… Eigentlich schlau!

Konsumwahn…


Doch spätestens wenn in allen Läden fröhliche Weihnachtslieder erklingen, uns Plätzchenduft entgegenschlägt und sich der straff verteidigte, leere Terminkalender für Dezember binnen drei Tagen in ein Fass ohne Boden verwandelt hat, ist auch unserem Unterbewusstsein klar: Weihnachten kommt, mit allen Emotionen! Und was passiert daraufhin? Ich kann es jedes Jahr bei mir beobachten. Man möchte es doch richtig machen! Wir sind schließlich alle soziale Wesen und wollen einer Gemeinschaft angehören. Aus der Masse herausstechen fühlt sich unangenehm an. Also schnell Geschenkelisten schreiben, Plätzchen backen, keine Weinachtsfeier absagen, die Familie für die Feiertage einladen, das Festmenü planen, und, und, und… Wenn wir uns dann nicht noch ganz gezielt der Werbeindustrie verschließen, geht es jetzt Unterbewusst richtig rund. Da der besagte emotionale Zustand perfekt ist, um den Konsumwahn so richtig anzukurbeln, Bilder von glücklichen Familien am Weihnachstabend, vor den sich türmenden Geschenken, unterm Weihnachtsbaum, Menüvorschläge wohin das Auge reicht, Lachs, Ente, Gans, Kaviar,… Und schon schnappt sie zu, die Konsumfalle. Wir wollen ja auch Teil eines Ganzen sein!

Familienfeste…


Von vielen „heiß“ geliebt und nicht selten eine explosive Angelegenheit. In unserem heutigen, hektischen Alltag ist der größte Engpass meist die liebe Zeit. Man verausgabt sich während der Woche komplett im Job und dem managen des Alltags, schließlich wollen auch Haushalt, Kinder, Kindergarten, Hausaufgaben, Schule usw. gut organisiert sein. Um die Kinder bestmöglich selbst zu betreuen, entscheiden sich inzwischen viele Paare für individuelle Modelle. So auch wir: Mein Mann arbeitete die vergangenen Jahre in Teilzeit und auch ich versuchte mein Arbeitspensum zu reduzieren, um in der restlichen Zeit die Betreuung unseres kleinen Sonnenscheins zu gewährleisten. Für unsere Maus sicher eine super Lösung. Der Haken ist allerdings, dass die gemeinsame Zeit, für alle zusammen, auf ein Minimum reduziert wurde. Auf der Suche nach dem perfekten Modell für uns habe ich mich mit vielen Familien unterhalten und oft ähnliche Antworten erhalten. Oft sind Urlaub und Feiertage Außnahmezustände, wenn alle einmal „entspannt“ und ohne Dauerlauf zusammen kommen dürfen! Leider ist die größte Herausforderung in meinen Augen, sich dabei nicht völlig fremd zu werden. Viele Paare fangen dann im Urlaub richtig das Streiten an, oder schlimmer noch, haben sich gar nichts mehr zu sagen. An Weihnachten wird es dann noch besonders spannend: Zu dieser Gesamtsituation kommen dann noch Oma, Opa, Onkel, Tanten, etc. hinzu. Meist ebenfalls mit den Vorwürfen: Ihr wolltet uns schon soooo lange wieder besuchen… Warum kommt ihr denn nie?

Zu allem Überfluss wird meist noch reichhaltig und so richtig Fett gespeist, alles was so richtig „schwer im Magen liegt“. Wortwörtlich, denn nun vermischt es sich mit den versteckten Vorwürfen und der eh schon angespannten Grundstimmung. Und nun: Merry Christmas! Eigentlich logisch, dass uns unser Unterbewusstsein daher schon im Vorfeld von diesen Festen abzubringen versucht…

Das sind meine 3 Hauptbeobachtungen aus den vergangenen Jahren. Meine Ansätze für dieses Jahr waren tatsächlich, frühzeitige Geschenkeinkäufe und Lagerung an „geheimen Orten“. Für unsere kleine Maus habe ich schon frühzeitig eine Liste begonnen an Dingen, welche sie WIRKLICH brauchen kann und habe nun auf die Frage „Was wünscht sie sich denn zu Weihnachten?“, endlich keine Schweißperlen mehr auf der Stirn bekommen, sondern lächelnd meine Liste gezückt. Dem Fernseher und in meinen Augen somit dem Hauptkonsumwahnverursacher haben wir schon vor Jahren abgeschworen und die Wocheneinkäufe werden streng nach Einkausliste abgearbeitet. Familienfeste habe ich dieses Jahr aktiv mitgeplant und mich nicht planen „lassen“, so kann man sich auf die kommenden Situationen schon viel gezielter emotional Vorbereiten 😉 Und mein Mann und ich streiten (zumindest aktuell) noch nicht im Urlaub und in freien Zeiten. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir sehr penibel unsere kleinen Familienauszeiten verteidigen und immer öfter auch einmal NEIN zu allem anderen sagen.

Das Resultat? Tatsächlich empfinde ich dieses Jahr das nahende Weihnachtsfest nicht bedrohlich. Die Plätzchen sind gebacken, die Geschenke bereits im Schrank, bei der Menüwahl werde ich bewusst versuchen ein wenig „Leichtigkeit“ mit einzuarbeiten. Und siehe da: Tatsächlich freue ich mich dieses Jahr auf die gemeinsamen Feiertage mit der ganzen Familie!

Wie seht Ihr dieses Thema? Was sind Eure Beobachtungen?

Ich freue mich auf Eure Sichtweise

Liebe Grüße

Eure Myriam

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